Der Segringer Friedhof

Friedhof Segringen Südseite
Friedhof-Südseite

Der Segringer Friedhof zeichnet sich durch die Einheitlichkeit der Grabmale aus. Leider gibt es keine zuverlässigen Quellen über den Ursprung der Holzkreuze auf den Gräbern. Das Segringer Kreuz mit seinen geschnitzten und gemalten Verzierungen stammt aus der Zeit von 1800-1820, vielleicht aber auch erst aus der Mitte des 19. Jahrhunderts . Vermutlich waren in der Vergangenheit auch auf den umliegenden Friedhöfen ähnliche Grabkreuze üblich, oder es wurde bewusst ein Brauch begonnen, der auch in Ordensgemeinschaften und Klöstern gelebt wird.

 

Auf den Kreuzen ist nach dem Vor- und Nachnamen, der Beruf und der Wohnort angegeben. Altsitzer bezeichnet einen Landwirt in Ruhe. Das Lebensalter ist auf Jahr, Monat und Tag genau angegeben. Auf der Rückseite ist der Bibelvers angegeben, über den an der Beerdigung gepredigt wurde. Zumeist ist dies der Konfirmationsspruch. Bis das Grab seine steinerne Einfassung bekommt, mit der auch das Grabkreuz angebracht wird, weißt ein kleines Kreuz auf den oder die verstorbene Person hin.

Friedhof Segringen Ostseite
Friedhof-Ostseite

Auf diesem Friedhof gibt es keine Ehe- oder Familiengräber. Es wird der Reihe nach auf dem freien Feld beerdigt. Die Ruhezeit beträgt zur Zeit ca. 20 Jahre.

 

Am schönsten ist der Friedhof im Frühjar, wo mit dem Palmsonntag alle Gräber in den verschiedensten Farben der Stiefmütterchen leuchten. Aber auch im Sommer hat er seinen Reiz mit einem fast einheitlichen Rot der "Gottesaugen" (Begonien). Im Winter erinnert der zurückhaltende Schmuck, ebenso wie die immer einmal renovierungsbedürftigen Grabkreuze an die Hinfälligkeit des Lebens. Viele Besucher gehen lesend und sinnend von einem Grab zum anderen.

 

Vor dem Südeingang außerhalb des Friedhofs steht ein Mahnmal, an dem an die Kriege und an die aus der Kirchengemeinde verstorbenen Soldaten gedacht wird.