Worauf bauen wir? - Teil 2

... Denn das durch den Klimawandel ausgelöste Ansteigen des Meeresspiegels wird zum Überfluten der Inseln führen. In dieser prikären, die Existenz von Staat und Gesellschaft bedrohenden Situation nun ausgerechnet das Gleichnis vom Hausbau lesen? – Mit den vanuatischen Frauen müsste man antworten: Ja, gerade jetzt, genau diesen Text! Wenn dir alles unter den Füßen weggezogen wird, wenn der Boden, auf dem du stehst und lebst, zu verschwinden droht, gerade dann brauchst du einen festen Halt, der von äußeren Stürmen, Beben und Fluten nicht zum Einsturz gebracht werden kann. Dann braucht dein Leben ein Fundament, das auf Dauer trägt.

 

Mit ihrem Gottesdienst wollen die vanuatischen Frauen sich und andere dazu ermutigen, das Leben auf den Worten Jesu aufzubauen, die für sie der felsenfeste Grund für alles menschliche Handeln sind. Dies ist ein Glaubensakt, eine Hoffnung, die dann auch praktische Konsequenzen hat: Denn Jesu Worte nur zu hören ohne zu handeln, kann nicht heilbringend sein. Der Klimawandel bedroht Vanuatu und alle Pazifikstaaten ganz existentiell. Die Stürme werde immer heftiger und bedrohen den Lebensraum, nicht nur die Häuser, sondern die Felder und ihren Ertrag, das Meer und die Fischerei. Der steigende Meeresspiegel gefährdet die Menschen und ihre Kultur. Vanuatu will deshalb beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag die Industrienationen als Hauptverursacher des Klimawandels zur Verantwortung ziehen – ein einmaliger Vorgang, der gerade geprüft wird. Es ist der Versuch, als direkt Betroffene die reichen Länder zum effektiveren Handeln gegen den Klimawandel zu drängen und Entschädigungen zu klagen. Das ist der juristische, vielleicht erfolglose Weg, um Gerechtigkeit zu erlangen. ...

 

Fortsetzung folgt

Die Weltgebetstagsfrauen Wört, Ellenberg und Segringen